Santa Cruz – der älteste Sakralbau der Stadt Cádiz: Die “Alte Kathedrale”
Treppenaufgang zur Santa Cruz – Kathedrale
“Jesus in Fesseln”
Treppenaufgang
Direkt am Meer, aber halbversteckt im Schatten der beeindruckenden Neuen Kathedrale befindet sich der älteste Sakralbau der Stadt Cádiz, die Kirche Santa Cruz, auch “Alte Kathedrale” genannt. Sie steht auf dem Platz einer muslimischen Moschee. Die im Jahr 1263 im Mudéjar*- und im gotischen Stil erbaute Santa Cruz verfügte ursprünglich über ein handgefertigtes Dach und drei Schiffe. Nach der Renovierung im Jahr 1572 geriet das Gebäude (im Jahr 1596 infolge eines holländischen Überfalls auf die Stadt), in Brand. Im Rahmen des Wiederaufbaus im Jahr 1606 fand eine Erweiterung statt (toskanische Säulen und Rundbögen).
*Mudéjar-Stil: Architektur- und Dekorationsstil, der stark vom maurischen Geschmack beeinflusst war.
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Barocker Hauptaltar
Toskanische Säulen und Rundbögen
Herzstück der Kirche ist der barocke Hauptaltar aus vergoldetem Holz. Das Altarbild ist ein Werk des Holzschnitzers Alejandro Saavedra, datiert 1647.
Der Silberne Sarg des “Heiligen Grabes Christus” (von Francisco de Villegas, 17. Jh.)
Von erlesener Anmut und Ausdruckskraft – die barocken Heiligenfiguren mit teils aufwändigen Brokatgewändern.
“Christus in Fesseln” oder “The Lord of the Patio”; Tatzenkreuze
“Unsere liebe Frau vom Rosenkranz”, Schutzpatronin von Cádiz
San Francisco de Paula
Madonna mit Johanniter-Kreuz, San Juan
Heilige Veronika
Schmerzensreiche Mutter
Die Heiligenfiguren werden in der Semana Santa und bei anderen Anlässen von den sog. “Nazarenos” und weiteren Bruderschaften feierlich durch die Straßen und Gassen der Stadt getragen.
links die Schutzpatronin von Cádiz, rechts San Juan
San Juan
San Pedro, Schutzpatron
Dominikaner San Martin de Porres, Heiliger von La Paz, Peru
… mit seinem Besen
Die neue Kathedrale von Cádiz
Von der südlichen Uferpromenade hat man den schönsten Blick auf die Chorseite der Neuen Kathedrale mit ihrer großen gelben Kuppel und den zwei hohen Kuppeltürmen. Der Haupteingang liegt der Stadt zugewandt, an der Plaza de Pio XII. Der Bau der Kathedrale wurde im Jahr 1722 begonnen und Mitte des 19. Jahrhunderts vollendet. In der Krypta, die unterhalb des Meeresspiegels liegt, befindet sich neben Bischofsgräbern auch das Grabmal des aus Cadiz stammenden Komponisten Manuel de Falla.
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Jugendstil-Becken
San Antonius
San Sebastian
Himmelfahrt Mariens
Jugendstil-Becken
Ecce-Homo, 17. Jh.
Bruder Diego Jose de Cádiz (18. Jh.)
Heilige Barbara mit Turm
(?) Benedikt von Nursia – mit Schlange
Kreisrunde Krypta
Krypta, sterbliche Überreste von Santa Victoria
Platz vor der Kathedrale , Plaza de Pio XII.
Blick vom Westturm der Neuen Kathedrale auf die Stadt(Torre de Poniente)
In den Besuchszeiten kann man die Neue Kathedrale sowie ihre beiden Türme besichtigen. Der Eingang zur Kathedrale ist gleichzeitig der Eintritt des Dom-Museums. Er befindet sich auf der Plaza Fray Felix, neben der Alten Kathedrale, die ebenfalls besichtigt werden kann.
Rocamadour, der Einsiedler Amadour und die wundersame Kapelle
Rocamadour(auch Roc-Amadour oder lateinisch: Rupes Amatoris), ist eine französische Gemeinde mit ungefähr 600 Einwohnern im Département Lot in der Region Okzitanien. Hier treffen die historischen Provinzen Querzy und Périgord aufeinander.Der berühmte Wallfahrtsort liegt auf einer Steilklippe oberhalb des Alzou-Tals und im Naturpark Causses du Querzy. Die Ursprünge der Wallfahrt reichen bis in die vorchristliche Zeit zurück (Verehrung der Göttin Sulevia/Kybele). Als im Jahr 1166 ein unverwester Leichnam in einem alten Grab an der Schwelle der Marienkapelle gefunden wurde, glaubte man den legendären Einsiedler Amadour gefunden zu haben. Amadour soll mit Martialis von Limoges* Mitte des 3. Jahrhunderts nach Gallien gekommen und sich als Einsiedler unter dem Felsen niedergelassen haben. Angeblich hat er aus einem Baumstamm eine Marienfigur geschnitzt, die seitdem in Rocamadour verehrt wird. (Eine andere Legendenfassung erzählt von einem aus Ägypten gekommenen Einsiedler.) Berichte über verschiedene Wunder, die sich hier ereignet haben sollen, machten Rocamadour weltweit bekannt. Auch der Heilige Ludwig, König von Frankreich (1226-1270), seine Brüder und seine Mutter Blanche von Kastilien machten sich im Mai 1244 auf eine Pilgerfahrt nach Rocamadour. Weitere bekannte Wallfahrer waren der heilige Dominikus, der heilige Bernhard von Clairvaux und der Philosoph Raimundus Lullus.
Martial von Limoges (auch Martialis) war gemäß der Überlieferung der Katholischen Kirche der erste Bischof von Limoges.
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In meinem Psychothriller “Talmi” macht sich eine Handvoll “Gralsforscher” auf die Suche nach den mysteriösen Cagoten. Auf ihrer Reise besuchen sie auch Rocamadour … Nachstehend ein kleinerRomanauszug:
Über die berühmte Wallfahrtsstätte Rocamadour, im Hoch-Quercy gelegen, wäre viel zu berichten gewesen, hätte es den Gralsforschern an diesem Tag nicht an Schwung gefehlt. Wir waren zu müde und zu faul …, schrieb Lisa Söllner in ihr Tagebuch. “Irgendwie erschöpft …” Daher folgten nur ein paar kurze, Rocamadour nicht wirklich gerecht werdende Zeilen, die andererseits für den vorliegenden Fall kaum Relevanz besaßen. Der Vollständigkeit halber soll Söllners Eintrag dennoch hier seinen Niederschlag finden:
“Im Heiligtum, kühn an einen 150 Meter hohen Felsen gehängt”, schrieb sie, entdeckt man in einer sogenannten ‘wunderwirkenden Kapelle’ eine wild aussehende, vor allem von Compostela-Pilgern hochverehrte Schwarze Madonna, einer ägyptischen Bastet Göttin nicht unähnlich, wie Nigel meinte; sie wird schwer bewacht, steht hinter Glas. Der Heilige Amadour (Zöllner Zachäus? Nachlesen!!!), dessen Gebeine hier begraben sind, soll die Jungfrau aus einem Baumstamm geschnitzt und sie in die Gruft der hiesigen Göttin Sulevia = Kybele (!) gestellt haben. Außerhalb des Heiligtums, hoch über unseren Köpfen, um ein Haar hätten wir es übersehen, steckte mitten im Fels ‘La Durandal’, das berühmte, leider heute völlig verrostete Rolandsschwert. (Es kommt ebenfalls im Atta Troll zur Sprache – ist das nicht verrückt?) Erwähnenswert ist auch eine wundersame Glocke aus dem 9. Jahrhundert, die bei Seenot immer dann von selbst läutete, wenn die Matrosen die Schwarze Madonna von Rocamadour anflehten. O Wunder über Wunder!” 😉 😉 😉 Hinter die letzte Bemerkung hatte Lisa drei augenzwinkernde Smilies gesetzt. Ein Nachtrag bezog sich auf die Schwarze Madonna: “Im französischen Reiseführer nachgelesen – Die ursprüngliche Madonna aus Zedernholz galt als gestohlen. Man hat sie 1794 in einem alten Archiv wiederentdeckt. Zu Pfingsten sollte sie aufgrund ihres wilden Aussehens (!) auf dem Place du Martouret verbrannt werden. Die Figur stand bereits in Flammen, als man ein Geheimfach entdeckte, in dem sich ein Pergament befand. Doch auch dieses wurde zu Asche, noch bevor jemand einen Blick darauf hatte werfen können. Wie schade!!!“
Die “wunderwirkende” Marienkapelle von Rocamadour und die Schwarze Madonna “Notre Dame de Rocamadour”
Die bedeutendste der sieben Kirchen, die sich im “Heiligen Bereich” von Rocamadour befinden, ist die Marienkapelle, die direkt über der Krypta des Heiligen Amadour steht. Die heute dort verehrte Madonna stammt vermutlich 9. Jahrhundert. Sie ist aus Walnussholz geschnitzt, ungefähr 66 cm hoch und steht gut geschützt hinter Glas über dem Altar. Repliken (z.B. die nachstehenden Aufnahmen aus dem Jahr 2006) zeigen sie im unbekleideten Zustand. Folgende Wunder werden ihr zugeschrieben: Sie erweckt ungetaufte Babys wieder zum Leben, verleiht Fruchtbarkeit, befreit Gefangene und beschützt Seeleute. (Foto unten, Schiffe).Im Jahr 1534 befestigte der Seefahrer Jacques Cartier auf dem Mast seines nach Kanada segelnden Schiffes als Schutz vor Unwettern die Fahne der Madonna von Rocamadour. Ein Benediktiner schrieb im 12. Jahrhundert die ersten Wunderberichte nieder.
Erwähnt werden sollte an dieser Stelle auch die Basilika Saint-Sauveur in Rocamadour, die – gemeinsam mit der Krypta – seit 1998 als Teil des Weltkulturerbes der UNESCO “Jakobsweg in Frankreich” ausgezeichnet ist. Daneben gibt es noch drei weitere Kapellen: St. Jean-Baptiste, St. Blaise, St. Anne und St. Michel.
Schutz der Seeleute
ND de Rocamadour – Originalstatue, 9. Jh., hinter Glas (Fotos 2019 HLK)
Altarbereich mit Madonna (ganz oben)
Replik, fotografiert im Jahr 2006 HLK
Die Schwarze Madonna von Rocamadour wurde verehrt und zugleich gefürchtet: Angeblich soll sie im 8. Jahrhundert “die Ungläubigen überall” in die Flucht geschlagen haben. Im Jahr 1212 brachte sie der Legende nach den Heeren von Aragon, Kastilien und Navarra den Sieg von Navas de Tolosa. Und kein Geringerer als Simon von Montfort (1164-1218), Graf aus der Île-de-France, später zeitweise Vizegraf von Béziers und Carcassonne, Herzog von Narbonne und Graf von Toulouse, machte sich als Heerführer des Albigenserkreuzugs (nachdem seine Soldaten das halbe Land verwüstet, die Ölbäume der Katharer entzwei geschlagen und die Weinstöcke herausrissen hatten) auf den Weg nach Rocamaour – wo er vor der Madonna auf die Knie sank und um seinen Seelenfrieden bat. (s. a. “Sancha – Das Tor der Myrrhe”, Seite148) Unterhalb des Altars soll sich ein alter Druidenstein befinden.
Insignum-Plakette (2006 HLK)
Postkarte aus dem Jahr 2006, HLK
Pilgermedaillen aus Rocamadour (2006, HLK)
Es gibt auch ein Insignum der Schwarzen Madonna von Rocamadour (links oben), wo sie auf einem Thron sitzt und in der Hand ein mit Lilien verziertes Zepter hält (so die Beschreibung). Das Insignum ist von einer Mandorla* umgeben. Solche Abzeichen und Medaillen wurden im Mittelalter in der Rue de la Mercerie in Rocamadour hergestellt und an die Pilger verkauft, die es – neben der Jakobsmuschel – an ihren Hut oder ihr Gewand hefteten.
*Mandorla (ital. für “Mandel”) ist ein Begriff aus der Kunstgeschichte und bezeichnet eine Aura (Aureole) rund um eine ganze Figur. Von Ausnahmen abgesehen sind Mandorlen Christus vorbehalten.
Hochzeit in Rocamadour – und zugleich Nagelprobe? 🙂
Rocamadour – die Gartenanlage mit einer Statue, die vielleicht (?) an die Göttin Sulevia* erinnern soll, einer Totengottheit (Kybele), der in grauer Zeit Menschen geopfert wurden. (Wobei die überkreuzten Arme auch an das Machtsymbol der Pharaonen erinnern.)
Rocamadour – zur “blauen Stunde” im Dorf, das unterhalb des Heiligtums liegt
Hier schmiegen sich die mittelalterlichen Häuser von Rocamadour an die steilen Abhänge über der Schlucht des Flusses Alzou. Die Besucher können entweder die Große Treppe zum Heiligtum (Sanctuaire) hinaufsteigen – oder aber, ganz bequem, einen Personen-Aufzug nach oben nehmen.
Ein kühler Drink zur “Blauen Stunde”
Eingang zum Aufzug nach oben
Rocamadour-Ausblicke
Mit einem letzten Foto, das “Rocamadour bei Nacht” zeigt, bedanke ich mich herzlich für Ihre Aufmerksamkeit!
Einige Hinweise zum Schluss:
Sehenswert ist auch die Basilika Saint-Sauveur, die zusammen mit der Krypta seit 1998 zum Weltkulturerbe “Jakobsweg in Frankreich” zählt. Ein Museum mit sakraler Kunst (zahlreiche Reliquienschreine, Gemälde und Statuen). Ein Zentrum für geistliche Musik, das Konzerte ausrichtet. Eine Burg aus dem 14. Jahrhundert, die sich auf dem Gipfel des Berges befindet. Auf diesem Plateau wurde 2013 ein Campingplatz für jugendliche Pilger und Pfadfinder eröffnet (400 Plätze) In der Umgebung von Rocamadour ist der Dolmen de Magés zu finden. Weitere Sehenswürdigkeiten: Raubvogelschutzzentrum, Affenwald, Taubenturm.
Die aus den Weinbergen der “Blanquette” auftauchende Benediktinerabtei Saint-Hilaire liegt im malerischen Tal des Baches Lauquet, etwa 15 km von Carcassonne und 10 km von Limoux entfernt. Die Abtei wurde im Jahr 825 erstmals erwähnt.
Ursprünglich war das Kloster dem heiligen Saturninus, dem ersten Bischof von Toulouse geweiht. Als man aber im Jahr 970 die Überreste des Heiligen Hilaire dort entdeckte, benannte man das Kloster um. Hilaire war im 6. Jahrhundert Bischof von Carcassonne. Er gilt heute als “Hammer” der Römisch-katholischen Kirche aufgrund seines Kampfes gegen die Häresie der Arianer.
Bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts stand die Abtei unter dem Schutz der Trencavels, der Grafen von Carcassonne, die ihrerseits der Häresie der Katharer anhingen und in Saint-Hilaire ihre Grablege hatten. Was wiederum die rechtgläubigen Kreuzfahrer aus dem Norden veranlasste, mit ganz besonderer Härte gegen die Grafen, das Kloster und die Mönche vorzugehen. Saint-Hilaire wurde verwüstet.
(Die kleinen Bilder können durch Anklicken vergrößert werden!)
Grablege der Grafen v. Carcassonne
Grablege der Grafen v. Carcassonne
Baumeisterzeichen
Engel mit Gral
Die Blanquette de Limoux und ihre Erfinder
Die Blanquette de Limoux ist ein französischer Schaumwein aus der Region Languedoc. Das Anbaugebiet liegt bei Limoux, im Département Aude in der Region Okzitanien, westlich des Anbaugebietes Corbières. Die im Süden liegenden Hänge bestehen aus kalkreichem Schichtsilikat und Kieselerde. Das Klima wird sowohl vom Mittelmeer wie auch vom Atlantischen Ozean beeinflusst, die für eine ausreichende Sonnenscheindauer und eine gut verteilte Niederschlagsmenge sorgen. Der Weinbau ist in der Gegend um Limoux bereits seit dem Jahr 931 schriftlich belegt. Der Schaumwein wird erst ab dem Jahr 1531 erwähnt. Es waren die Mönche der Abtei Saint-Hilaire, denen die Herstellung der Blanquette de Limoux gelang.
Für Genießer: Man unterscheidet die Blanquette de Limoux brute von der Blanquette méthode acestrale, einem alten Herstellverfahren. Es gibt aber noch eine dritte Sorte des berühmten Schaumweins: Der Crémant de Limoux.
À votre santé!
Im Keller der Mönche
Alte Blanquette-Fässer
Alte Lanzen
Ausgrabungsfunde
Der Kreuzgang von Saint-Hilaire
Kreuzgang Saint-Hilaire
Schräg drauf …
Kreuzgang Saint-Hilaire
Der Kreuzgang mit seinen Spitzbogenarkaden wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Die Kapitelle sind mit menschlichen Köpfen, Tieren und Blattwerk verziert. Der Brunnen stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert. In der Ostgalerie ist am Sockel der Arkaden ein Schachbrettmuster eingemeißelt, das vermutlich als Rechensystem diente.
Schachbrett
Alte Ansicht Kreuzgang
Alte Ansicht Kreuzgang
Innenansichten der heutigen Pfarrkirche Notre-Dame-de-l’Assomption
Zugang
Blick nach oben
Kapitell
Heilige Philomena
Taufbecken roter Marmor aus Caunes
Altar roter Marmor aus Caunes
Das Glanzstück in Saint-Hilaire ist der “sogenannte” Sarkophag des Heiligen Saturninus – dem ersten Bischof von Toulouse. Angefertigt hat ihn der Meister von Cabestany aus weißem Pyrenäenmarmor!
Geschichtliches: Das Martyrium des Saturninus von Toulouse
Der Legende nach wurde Saturninus im Jahr 250 verhaftet, weil er sich weigerte Jupiter, den höchsten Gott der Römer, anzubeten. Er wurde zum Kapitol von Toulouse gebracht, dort an den Schwanz eines wilden Stiers gebunden und von den Stufen des Kapitols herab zu Tode geschleift (s. mittleres Bild). Um das Jahr 400 überführte man seine Gebeine in die Basilika St-Sernin. Saturninus’ Verehrung ist bereits im 3. Jahrhundert belegt, die Leidensgeschichte, die um 420 verfasst wurde, war im ganzen Westgotenreich verbreitet.
Liebesszenen in der Wohnung des Abtes
Ein besonderes Highlight in Saint-Hilaire ist die prachtvolle Abtswohnung. An den Wänden sind die Wappen aller 55 Äbte von Saint-Hilaire aufgemalt (s. Fotos oben). Auf der farbenprächtigen Holzbalkendecke befinden sich neben Darstellungen von Tieren und Blumen auch Jagd- und Liebesszenen.
Holzdecke
Kassettendecke
Farbenpracht
Mitte unten: Liebesszene in der Badewanne
Vielen Dank für Ihr Interesse – und à bientôt, bis bald mal wieder!
Das riesige Aquädukt von Segovia ist eine Hinterlassenschaft der Römer in Spanien. 28 Meter hoch und 728 Meter lang, besitzt das Bauwerk ganze 118 Bögen. Errichtet wurde es im 1./2. Jahrhundert n. Chr. Noch bis zum Jahr 1974 versorgte das Aquädukt die Stadt mit Wasser aus dem über 18 Kilometer weit entfernten Fluss Río Frío. Beim Bau wurde übrigens auf jede Art von Mörtel verzichtet. Kein Wunder, dass daraufhin die Legende aufkam, der Teufel hätte das Aquädukt errichtet und zwar in nur einer Nacht, um die Seele einer jungen Dame in seine Klauen zu bekommen, die ihn zuvor frech herausgefordert hatte: “Ich biete dir meine Seele, Teufel, wenn du es schaffst, mir im Gegenzug Wasser bis zu meinem Haus zu leiten, bevor der Hahn kräht.”
Zur Entstehung der Stadt gibt es noch eine weitere Legende: Segovia soll von Herkules dem Ägypter – einem Urenkel Noahs, um das Jahr 1076 v. Christus gegründet worden sein.
Nach der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts wurde auch Segovia Teil des großen Westgotenreiches. Damit kam die bereits zur Römerzeit begonnene Christianisierung der Region zum Abschluss. In der Zeit vom 8. bis ins 11. Jahrhundert war Segovia in maurischem Besitz. Im Jahr 1085 eroberte Alfons VI. die Stadt; vom 13. – 15. Jh. war Segovia Königsresidenz. Hier wurde (1474) Isabella zur Königin von Kastilien ausgerufen.
Der Alcázar Zu den Hauptsehenswürdigkeiten zählt die Burganlage im Westen der Altstadt. Der Alcázar, der zum ersten Mal in einem Dokument aus dem 12. Jh. genannt wird, war die bevorzugte Wohnburg der kastilischen Könige.
Segovias Häuserpracht …
Nuestra Señora de la Asunción y de San Frutos – die letzte gotische Kathedrale, die in Spanien gebaut wurde. Das Gotteshaus wurde um das Jahr 1525 unter Karl V. auf dem höchsten Punkt der Stadt errichtet, nachdem die romanische Vorgängerkirche 1520 abgebrannt war. Der dreischiffige Bau besitzt Seitenkapellen und einen halbkreisförmigen Chorumgang. Die nach Plänen von Juan Gil de Hontañón erbaute Kathedrale ist 105 Meter lang, 50 Meter breit und im Hauptschiff 33 Meter hoch. Der Hochaltar ist aus Marmor, Jaspis und Bronze gearbeitet. Die Weihung erfolgte im Jahr 1768.
Die Fotos aus dem Inneren der Kathedrale können durch Anklicken vergrößert werden!
Romanische Madonna
Eine Kuriosität in der Kathedrale von Segovia ist das sog. “Weltenei” Es existiert ein vielverbreiteter Mythos, dass die Welt einst aus einem “Urwesen” hervorgegangen ist. Nach den Lehren der alten Ägypter schlüpfte Amun, den sie den “großen Gackerer” nannten, aus einem Gänseei, das er zuvor erschaffen hatte. Als selbst unerschaffener Schöpfer soll er die Welt durch „Selbstbegattung“ hervorgebracht haben. Amun ist männlich und weiblich zugleich – wie auch Brahman, die Weltseele der indischen Religion, die ebenfalls das Weltenei kennt. Amun und Brahman galten als geheimnisvolle, verborgene Gottheiten … Im antiken Griechenland gehörte der Mythos vom Weltenei zum Dionysoskult. Auch im römischen Mithraskult taucht es auf. Das Ei gilt auch heute noch als vollkommene Form, als die Urform aller Dinge vom Atom bis zur Weltkugel.
Unterhalb der Stadt, nördlich des Alcázar, befindet sich noch ein Kleinod aus dem Hochmittelalter: Die einstige Tempelritter/Grabesritter und Malteser-Kirche Vera Cruz. Sie besitzt einen 12-eckigen Grundriss und wurde lt. einer im Jahr 1312 angebrachten Widmung am 13. April 1208 gegründet. Als Gründer wird der Orden der Tempelritter genannt, denn es existiert das Fragment einer Malerei, die einen Mann mit Rundschild und Templerkreuz trägt. Die Kirche wurde zudem einzig zu dem Zweck errichtet, um eine Reliquie vom “wahren Kreuz” (spanisch Vera Cruz) zu beherbergen. Nach einer Urkunde befand sich die Kirche im Jahr 1229 im Besitz des kastilischen Ordens vom Heiligen Grab (Santo Sepulcro); es folgte der Malteserorden. Vera Cruz wurde im 17. Jahrhundert aufgegeben und verfiel nach der Abschaffung der Mönchsorden in Spanien. Im Jahr 1951 wurde sie restauriert und neu geweiht.
Folgt man in Spanien der Farbe Lila, ist die nächste Sehenswürdigkeit nicht weit …
Sant Joan les Fonts
Eingang
Sant Joan les Fonts liegt inmitten der Garrotxa-Vulkanlandschaft, am Fluss Fluvià (Provinz Girona im Nordosten Spaniens). Der ursprüngliche Ortskern wurde bereits im 9. Jahrhundert erbaut, später jedoch durch zwei schwere Erdbeben (1427 und 1428) wieder zerstört. Die ehemalige Klosterkirche, die den Heiligen Johannes und Stephanus gewidmet ist, ist noch gut erhalten; am Turm sieht man Brandspuren. Die Einweihung wurde im Jahr 1117 vollzogen, aber erst im 13. Jahrhundert wurde das Gebäude endgültig fertig gestellt. Heute gilt Sant Joan les Fonts als ein Beispiel spätromanischer Architektur. 1981 wurde die Kirche zum Nationalmonument erklärt. (Die kleinen Fotos können durch Anklicken vergrößert werden!)
Ringsum Blendarkaden, Gesimse mit Zackenmuster, Säulenfenster
Im Inneren der Kirche befindet sich ein kleines Museum. Die meisten Kostbarkeiten, wie diese vergoldeten Säulen, stehen hinter Glas … Die vier Säulen erinnerten mich an die Säulen des Thrones der hochverehrten Orcival-Madonna (Auvergne). Es ist nicht auszuschließen, dass sich im Hochmittelalter auch hier in Sant Joan les Fonts ein Quell-Heiligtum nebst einer Romanischen Madonna befand. Vielleicht befindet sich diese im Episkopal-Museum von Vic, das heute viele wertvolle Madonnen aus Katalonien beherbergt.
Taufbecken mit Lebensbaum
Bei Ausgrabungen entdeckt
Alte Fresken
Die Lage von Sant Joan les Fonts ist unbeschreiblich schön, grün und einsam. Zu hören ist hier nur das stetige Rauschen der Quelle …
Quelle
Ein Stück entfernt befindet sich die gleichnamige “NEUE KIRCHE” Sant Joan les Fonts im neoklassizistischen Baustil.
Im Jahr 2012 war ich erstmals im Nordwesten Frankreichs unterwegs, wobei es mich auch in die kleine Gemeinde Varengeville-sur-Mer verschlug, im Département Seine-Maritime. Der Ort liegt malerisch am Ärmelkanal, direkt an der Steilküste zum Meer.
Bei dieser Gelegenheit besuchte ich auch die Kirche von St. Valery (12./19. Jh.) mit ihrem Meeres-Friedhof, in dem der Maler Georges Braque begraben liegt. Meer, Klippen, Kunst … die Normandie hat einiges zu bieten!
Georges Braque, Maler, Grafiker und Bildhauer, lebte von 1882 bis 1963. Er gilt – zusammen mit Pablo Picasso – als Mitbegründer des Kubismus*.
*Unter Kubismus versteht sich eine Kunstrichtung des frühen 20. Jahrhunderts, die durch Auflösung des Organischen in geometrische Formen und gleichzeitige Mehransichtigkeit des Bildgegenstandes charakterisiert ist. (Quelle Wiki)
In der Kirche von St. Valery kann man die herrlichen Fenster bewundern, die Braque entworfen hat.
Noch ein, zwei Fotos von der Steilküste zum Schluss (die Fotos können durch Anklicken vergrößert werden):
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